Ein frohes neues Jahr wünsche ich allen Lesern dieses Blogs.
Heute habe ich, auf Wunsch des Lesers Aleksandar B., wieder einmal ein Abzeichen aus dem Ostblock, dass ich gerne zeigen möchte. Freundlicherweise hat Aleksadar auch gleich das Bild dazu geliefert. Vielen Dank.
Die Firma JAWA geht auf den Ingenieur Frantisek Janecek zurück, der am 23.1.1878 in Böhmen geboren wurde, und diesem Anlaß ist der heutige Post gewidmet.
Er studierte in Prag Mechanik und setzte sein Studium in Berlin, an der Ingenieurschule fort. Nach seiner Rückkehr nach Prag, arbeitete er bei Emil Kolben in seiner Fabrik für Elektrotechnik. Mit nur 23 Jahren wurde er Geschäftsführung der Niederlassung von Kolben in den Niederlanden.
Um 1909 herum machte sich Janecek selbsständig und gründete sein eigenes Ingenieursbüro. Eine seiner wichtigsten Entwicklungen war der Pneumograph. Dabei handelt es sich um eine frühe Form einer Werbetafel, die mit Luftdruck Plättchen bewegen konnte, die auf jeder Seite unterschiedliche Farben hatten und so Bilder bzw Buchstaben darstellen konnten. Nicht zu verwechseln mit dem Lungentestgerät mit gleichem Namen.
Im ersten WK kämpfte Janecek In Italien und meldete über 60 Patente in dieser Zeit an, darunter auch eine Weiterentwicklung einer Handgranate. Nach dem Krieg war seine Firma in der Waffenproduktion tätig, jedoch war in Friedenszeiten das Geschäftsmodell nicht gewinnbringend. Mitte der 20er Jahre entstanden erste Ideen in die Motorradproduktion einzusteigen. Zunächst als Lizenzproduzent ab 1927, ergab sich die Gelegenheit, als die Unternehmer Winkelhofer und Jaenicke, besser bekannt unter deren Unternehmen Wanderer, sich entschieden die Motorradproduktion Ende der 20er Jahre zu verkaufen. Janecek erwarb sie und gründete das neue Unternehmen JAWA, das aus den zwei jeweiligen Anfangsbuchstaben seines Namens, sowie Wanderer bestand. Er begann mit dem Bau einer 500ccm Maschine, die jedoch zu teuer für das Brot und Buttergeschäft war. Er konnte aber den britischen Motorradingenieur George William Patchett als Chefkonstrukteur gewinnen und mit ihm wurden eine Reihe neuer Motorräder entwickelt. Mit seiner Rennerfahrung und als Konstrukteur bei Unternehmen wie Brough und McEvoy, konnte er wertvolle Erfahrung in das junge Unternehmen einbringen. So wurde beistpielsweise die kleine 175er von JAWA das erfolgreichste Modell im Land.
Aber auch in England machte sich das Unternehmen einen Namen, als sie respektable Ergebnisse bei den Tourist Trophies in den 30er Jahren erzielen konnten.
Ein Auto sollte die Produktpalette noch ergänzen, aber das habe ich ja bereits im ersten JAWA Post erwähnt.
Mit der deutschen Besatzung Böhmens, verlor Janecek die Kontrolle über JAWA, war aber weiterhin dort beschäftigt, wo fortan Flugzeugmotoren und Generatoren für den anstehenen 2. WK produziert wurden. Er starb am 4.6.1941 und konnte nicht mehr erleben, wie JAWA wieder in die Motorradproduktion einstieg und bis heute noch motorisierte Zweiräder herstellt.
Ein schönes Detail, auf das ich gerne hinweisen möchte, sind die stilisierten Anfangsbuchstaben von Frantisek Janecek in der Mitte des Abzeichens.
Mit diesem Post möchte ich das Jahr 2023 abschließen. Ich hatte einem geschätzten Sammler das Versprechen gegeben wieder mehr zu veröffentlichen, und auch wenn ich ich vorhatte jeden Monat mindestens einen Post zu machen, so ist es mir nicht ganz gelungen. Dennoch hoffe ich, es war für jeden Leser etwas dabei und wir alle konnten uns an ein paar schönen Abzeichen erfreuen.
Ich wünsche allen Beitragenden und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute, sowie viele neue Abzeichen, für 2024.
Den Abschluß in diesem Jahr bildet ein weiteres Stück aus dem ehemaligen Ostblock, das mein Sammlerkollege Aleksandar sein Eigen nennt.
Jawa ist ein tschechisches Unternehmen, das 1929 aus einer Waffen- und Munitionsfabrik entstand und von Frantisek Janecek gegründet wurde.
Wanderer war im Begriff die Motorradproduktion aufzugeben, weswegen man die Lizenz erwarb um die Produktion fortzuführen. So entstand auch der Name der Firma, die sich jeweils aus den beiden Anfangsbuchstabendes Gründers und des Lizenzgebers ableitet.
Der Erfolg der Wanderer Motorräder war überschaubar, weswegen man einen britischen Motorradrennfahrer und Konstrukteur engagierte um ein eigenes Modell zu entwickeln. Dieses wiederum stellte sich als großer Erfolg heraus, und so konnte man um 1934 herum auch nach höheren Zielen greifen, nämlich die Produktion von Autos. Auch hier wurde zunächst in Lizenz ein modifizierter DKW gebaut. Ab 1937 gab es dann ein selbst entwickeltes Modell, den Minor. Bis zum Ausbruch des 2.WK wurden ca 2000 davon gebaut, und auch danach noch einige Hundert mehr. Trotz einer recht erfolgreichen Produktion, entschied die Regierung (inzwischen war die Herstellunf verstaatlicht worden), dass keine Autos mehr gebaut werden sollten, die mit Skoda konkurrieren könnten. Somit wurde die Autosparte 1951 obsolet und man hielt die freigewordenen Kapazitäten für etwailige Waffenproduktion vor.
Die Motorräder wurden noch bis ca 1990 erfolgreich produziert. Doch der Zusammenbruch des Ostblocks machte dem Unternehmen schwer zu schaffen, und auch die Privatisierung zog sich über Jahre, bis 1997, hin. Heute wird zwar noch immer produziert, aber wegen nicht Einhaltung von Abgasvorschriften und diverser anderer Hindernisse, eigentlich nur noch für Absatzmärkte jenseits der EU.
Ein wahres Prachtexemplar in Sachen Größe kann ich heute präsentieren.
Mit seinen Abmessungen von 45x60mm dürfte es eines der größten Mützenabzeichen überhaupt sein.
Dieses Logo ist eines von vielen, die im Laufe der Zeit an Wanderer Fahrzeugen Verwendung fanden. Interessant ist hier die weiß/grüne Farbgebung, wo es doch in den meisten Fällen weiß/blau ist. Hintergrund dafür ist der Zusammenschluß der vier Marken DKW, Horch, Audi und Wanderer zur Auto Union, deren Farben eben weiß und grün waren.
Dieses Logo fand man an einigen Fahrzeugen in den dreißiger Jahren, nach der Entstehung der Auto Union im Jahr 1931.
Danke an Ralph für das Bild.
Zum Nikolaus bringe ich euch wieder einmal einen Eintrag.
Die Geschichte von Wanderer hatte ich im ersten Post über ein Abzeichen der Firma bereits kurz wiedergegeben.
Hier haben wir nun ein weiteres Abzeichen von Wanderer, das im Design dem ersten ähnelt, aber doch eine völlig andere Form zeigt.
Die Herkunft ist, meiner Meinung nach, auf die Fahrradsparte zurückzuführen, denn die stilisierte Blume ähnelt doch sehr stark den Kettenblättern, der Fahrräder in den 30er Jahren.
Die Ursprünge von DKW gehen bis 1904 zurück. In diesem Jahr gründeten die Herren Rasmussen und Ernst die nach ihnen benannte Firma in Chemnitz. Zunächst betrieb man den Vertrieb von Maschinen aller Art.
In die Entwicklung von Autos/Motorrädern im weiteren Sinne stieg die Firma um 1917 ein, als ein DampfKraftWagen geplant wurde, was aber bereits 1921 wieder eingestellt wurde. Davon blieb lediglich der Name DKW übrig, der nach mehreren Namensänderungen, aufgrund veränderter Besitzverhältnisse und Firmenausrichtung, höhere Bekanntheit erlangen sollte.
Im gleichen Jahr wurde ein Fahrradhilfsmotor vorgestellt, der sich zum Verkaufsschlager entwickelte, obwohl er doch recht simpel war. Doch hiermit war der Grundstein für weitere Motorenentwicklung und -produktion gelegt. Ab 1922 wurden in Zschopau dann Motorräder mit größerem Hubraum hergestellt, und das mit großem Erfolg.
Die ersten Autos entstanden ab 1925, obwohl es um 1920 schon ein Modell gegeben hat, das aber nie über den Status eines Prototypen hinausging. Zunächst fertigte man in Lizenz ein Elektromobil, ab 1927 dann endlich auch den ersten echten DKW.
Eine Besonderheit war, dass das Unternehmen sowohl Front- als auch Hecktriebler herstellte. Die erstgenannten wurden ab 1928 in Zwickau unter dem Namen Audi produziert, die Hecktriebler in Berlin als DKW.
Im Jahr 1932, die Weltwirtschaftskrise hatte auch den Automobilsektor voll erfasst, wurden nach Möglichkeiten gesucht die angespannte Lage bei den Herstellern zu verbessern. So kam es, dass sich die Firmen DKW, Horch, Audi und Wanderer zur Autounion verschmolzen. Ein Teil des damaligen Markenzeichens existiert heute noch in Form der vier Ringe, die das Audilogo bilden. Eine Ironie des des Schicksals ist, dass Audi als Unternehmen damals recht schnell liquidiert wurde, aber heute der einzige verbliebene Firmenbestandteil ist.
Nach dem 2. WK wurde Auto Union, auch aufgrund er Zonenaufteilung zerschlagen und die verschieden Produktionsstätten gingen in neuen Firmen wie MZ, Audi, Wartburg usw. auf.
Die hier abgebildete Brosche stammt aus der Zeit um 1925 und wurde auf Motorrädern verwendet. Mir ist nicht bekannt, dass es jemals auf Autos angebracht worden war.
Das Unternehmen Wanderer war seinerzeit eines der bedeutensten Hersteller von Autos, Fahr- und Motorrädern. Die Geschichte geht bis 1885 zurück, jedoch erst 1905 wurde der erste Prototyp eines Autos, das Wanderermobil, vorgestellt.
Die Serienproduktion des Wanderer begann 1913, und ging bis 1932 in Eigenregie weiter. In jenem Jahr folgte die Fusion mit DKW, Horch und Audi zu Auto Union, wobei jedoch weiterhin Autos unter dem ursprünglichen Namen gebaut wurden.
Nach dem Krieg wurde das Unternehmen enteignet und in einen volkseigenen Betrieb überführt. Der Name Wanderer lebte jedoch in Westdeutschland weiter, wo insbesonderere Fahrräder und Büromaschinen hergestellt wurden. Die Autoproduktion wurde nicht wieder aufgenommen.
Diese Brosche ist eine von diversen, ähnlichen Abzeichen.
Ich sammle schon seit etwa 20 Jahren Anstecknadeln und Ansteckbares der Firma mit dem Stern. Angefangen hat es mit den Nadeln auf der IAA und später weitete es sich auf die historischen Nadeln aus. Inzwischen habe ich die neueren Nadeln und Pins abgegeben und konzentriere mich ausschliesslich auf alles Alte bis max. 80er Jahre. Wenn Sie alte Abzeichen, Nadeln oder Broschen haben und sie verkaufen möchten, oder auch einfach nur Infos suchen, nutzen Sie bitte die Kontaktmöglichkeit in meinem Profil.