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Donnerstag, 5. Oktober 2023

Tatra

 

Vor einiger Zeit fragte mich der Leser dieses Blogs Aleksandar B. warum ich eigentlich (fast) keine Abzeichen aus dem Ostblock hier präsentiere. Ja, warum eigentlich nicht? Hier ist eins, das mir Aleksandar aus seiner Sammlung zur Verfügung gestellt hat.
Tatra... Den meisten Enthusiasten eher als LKW Firma bekannt, ist die drittälteste Firma weltweit, die ununterbrochen Kraftfahrzeuge produziert, bis heute. 
Gegründet 1850 als "Ignatz Schustala & Cie" konstruierte man zunächst Pferdefuhrwerke in Kopivnice/Tschechien. 1880 wurden dann Eisenbahnwaggons produziert. Im Jahr 1890 wurde die Firma in eine AG umgewandet und gleichzeitig in "Nesselsdorfer Wagenbau-Fabrikgesellschaft" umbenannt. 
Ein Jahr später verstarb der Gründer und die Unternehmensleitung ging in die Hände von Hugo Fischer von Röslerstamm über.
Im Jahr 1897 entstand dann das erste Automobil, der "Päsident". Die nachfolgenden Kfz wurden dann Nesselsdorfer Typ A und ff benannt. 
Im Jahr 1912 beutelte ein fast halbjaähriger Streik das Unternehmen, in Folge dessen der Geschäftsführer Fischer von Röslerstamm die Firma verließ. Nach den Wirren des Krieges, im Jahr 1919, wurde dann erstmals der Name Tatra für die Autos verwendet. 
Nach eine Umbenennung (Zavody Tatra) und einer Neuausrichtung lief im Jahr 1924 der erste echte Tatra vom Band, die Tatra 11. 
Spezialgebiet waren stromlinienförmige Autos, mit denen Tatra in den 30er Jahren einer der Vorreiter auf dem Gebiet waren. An dieser stelle sei die Tatra 77 erwähnt. Aber auch die Volkswagen Geschichte überschneidet sich mit der von Tatra. Das Model T97 von 1936 soll als Vorlage für den Käfer gedient haben. Die Klage wegen Patentverletzung wurde nichtig als Deutschland in Tschechien eimarschierte, jedoch gab es 1965! einen außergerichtlichen Vergleich zwischen VW und der Familie Ringhoffer.
Zur Nachkriegsproduktion will ich hier nicht allzuweit ausholen, da es ja überweigend um Vorkriegsabzeichen geht. Nur soviel: Die PKW Produktion wurde bis 1999 fortgesetzt und dann beendet.
Beim nächsten mal werde ich dann auf die LKW Sparte von Tatra eingehen. 
Das Abzeichen dürfte aus der Zeit der 20/30er Jahre stammen. 

Durchmesser: -

Hersteller: -

Samstag, 12. August 2023

Mannesmann 3

 
 
Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ja einen weiteren Post zu Mannesmann Fahrzeugen gemacht, der das Logo mit den beiden Figuren zeigte, und dabei erwähnt, dass dieses Logo auch spiegelverkehrt existiert. Für die Tatsache, dass es beide Varianten gab, hatte ich einen Lösungsvorschlag angekündigt.
Nun erhielt ich in der Zwischenzeit Post vom aufmerksamen Leser dieses Blogs, Aleksandar B., der mir quasi zuvorgekommen ist, weil er glücklicher Besitzer des Abzeichens ist, das ich hier zeigen wollte.
Hier ist nun mein Lösungsvorschlag, der, wie ich denke, auch zutreffend sein sollte. Es handelt sich dabei um das Logo, das auf einigen der Mannesmann PKW verwendet wurde, wie z.B. auf dem WII von 1925. Meines Wissens wurde dabei aber nur der mittlere Teil, der gezeigten Brosche auf den Kühlern und auf Prospekten verwendet. Der grüne Bereich dürfte der Phantasie des Herstellers entsprungen sein.
Vielen Dank, Aleksandar, für das Bild, das ich nun gerne hier zeige. 

Größe: -

Hersteller: Schwerdt, Stuttgart

Sonntag, 23. Juli 2023

Mercedes Benz 62

Vor einigen Tagen erhielt ich eine Mail meines Sammlerkollegen Helmut S., in der er Bezug auf die oben gezeigte Nadel nahm. Wie ich ja vor Jahren im Post zu dieser Nadel bereits sagte, wurde sie für eine entsprechende Fahrleistung verliehen. Helmut zweifelte an, dass es eine Fahrleistungsnadel ist und sie eher für einen Meilenstein in der Produktion, und deutlich später als in den 30er Jahren, produziert wurde. Ein absolut nachvollziehbarer Ansatz, der, auch aufgrund er Fertigung und dem Vergleich mit einigen Nadeln aus den 50er und 60er Jahren, statthalten kann. 
Nun konnte ich aber Licht ins Dunkel bringen, da mir vor einiger Zeit mal eine Verleihungsurkunde, die keinen Zweifel zulässt, in die Hände gefallen war.
Da es möglicherweise noch andere Sammler gibt, die nicht sicher sind, ob es eine Fahrleistungsnadel ist oder nicht, teile ich hiermit mal ein Bild mit den beiden "Protagonisten". 
Helmut, ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, dass ich unseren Austausch als Anlass für diesen Post genommen habe. Ich freue mich eher über einen aktiven Dialog und lerne auch gerne dazu, wenn ich mit meinen Vermutungen falsch liege. Es gibt ja genug Posts in denen ich auch nur spekulieren kann.


Mittwoch, 14. Juni 2023

Ambi-Budd 2


Ambi Budd, der Zusammenschluss der deutschen Firma Arthur Müller Bauten und Industriewerken (AMBI) und Edward J Budd Manufacturing, entstand 1926 in Berlin Johannisthal. Die ersten Bande wurden auf einer Auslandsreise von Arthur Müller im Jahr 1918/19 geknüpft. Nachdem seine Existenzgrundlage, der Betrieb des Flughafens Johannisthal und Bau von Flugzeugen, durch den Versailler Vertrag verboten worden war, hatte er neue Geschäftsfelder gesucht. Budd hatte bereits einige Jahre zuvor die ersten Ganzstahl Karosserien gebaut und ein Monopol darauf in den USA. Die Expansion nach Europa klang wohl gut, und so vergab Budd einen Lizenz an Müller zur Fertigung von Blechteilen. Die Ganzstahlbauweise löste nach und nach die Bauweise von Karosserien mit Holzrahmen und Blechkleid ab.
Im neu errichteten Presswerk der Firma wurde zunächst für die eigene Beteiligung Adler Werke das erste Ganzstahl Auto in Deutschland gebaut, und in der Folge für viele weitere Hersteller, wie Ford, BMW, NSU oder Ley. Während das Unternehmen wuchs und bereits 1930 über 3000 Mitarbeiter beschäftigte, und immer mehr Kunden gewinnen konnte, dämmerten erste Probleme am Horizont. Mit Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933, wurde Arthur Müller, aufgrund seiner jüdischen Abstammung, enteignet und das Unternehmen verstaatlicht. In den Folgejahren wurde ABP mit Aufträgen des Staates zur Herstellung der PKW für die Wehrmacht versorgt. 
Nach dem Krieg wurde das Werk und auch andere Produktionsstätten demontiert und die Werkzeuge an verschiedene Hersteller, wie BMW oder Ford verteilt. Der Großteil aber, ging im Rahmen von Reparationszahlungen, in die Sowjetunion.
Hier haben wir eine Farbvariante des bekannten Logos, in grün.

Größe: -

Hersteller: -
 
 

Montag, 1. Mai 2023

Mannesmann 2

Mannesmann PKW hatte ich in diesem Post bereits kurz angeschnitten. Die Firma existierte nur knapp 10 Jahre, und ist nur wenigen bekannt. Deutlich höheren Bekanntheitsgrad hat die LKW-Tochter, Mannesmann-Mulag, auf die ich auch schon gesondert eingegangen bin, und irgendwann nochmal werde. 
Die LKW wurden vornehmlich in Aachen gefertigt, und später auch in Remscheid. Nach dem 1.WK und der Beendigung der Militärproduktion, wandte man sich wieder der Herstellung ziviler Produkte zu. Neben Kühlschränken, entstand in Remscheid dann auch die Idee PKW zu bauen. Die Entwicklung begann etwa um 1919 unter dem Namen Mannesmann Motoren Werke. Jedoch sollte es bis 1922 dauern, ehe der Vierzylinder W1 Serienreife erlangte. Serienreife ist hierbei auch relativ, denn soweit man Informationen findet, haben maximal 2000 Fahrzeuge jemals die Hallen in Remscheid verlassen.
Danach ging es jedoch recht schnell mit der Entwicklung weiterer Modelle. Es gab den WII, der in unterschiedlichen Ausführungen, wie Cabrio, Viersiziges Cabrio oder Limousine angeboten wurde. Im Jahr 1927 sollte dann der nächste Schritt gwagt werden, nämlich ein 8 Zylinder Luxuswagen, der es mit den großen Namen aufnehmen sollte. Das er der Sargnagel für MMW war, sollte sich bald herausstellen. Sportliche Erfolge sorgten für einen vielversprechenden Anfang, aber Qualitätsprobleme, fehlerhafte Markteinschätzung und letztendlich die Weltwirtschaftskrise in 1929 zwangen die Firma in die Knie und sie musste Konkurs anmelden. 
Diese Brosche ist ein Logo, wie es ab 1921 bei Mannesmann verwendet wurde. Interessant ist, dass es, anders als beim o.g. Abzeichen, von rechts nach links zeigt. Demnächst kommt ein Lösungsansatz, warum es zwei Varianten gegeben hat. 

Größe: -

Hersteller: -

Sonntag, 9. April 2023

N.A.G Neue Automobil Gesellschaft

Die N.A.G. entstand, als AEG seine Automobilkonstruktionen, durch die Übernahme der AAG, in einem eigenständigen Unternehmen bündelte. Die Neue Automobil Gesellschaft Berlin wurde 1901 im Handelsregister eingetragen. Zunächst wurde auf Basis des Klingenberg Wagens versucht ein eigenes Automobil zu bauen, aber erst durch den neuen technischen Direktor Joseph Vollmer, der für Kühlstein schon Erfahrungen gesammelt hatte, nahm die Konstruktion von PKW Fahrt auf.
Im Jahr 1902 entstand der erste Wagen, aber es dauerte noch bis 1903, als die erste Droschke/Taxi entstand, bis sich die NAG durchsetzten. Vortheilhaft war sicherlich, dass die Betreiber der Taxis, die Automobil Betreiber Gesellschaft, von AEG gegründet worden war. 
Doch auch Erfolge im Motorsport verhalfen dem Unternehmen zu Erfolg, und so entstanden in der Zeit bis zum 1.WK diverse PKW und Elektroautos, die überwiegend als Taxis genutzt wurden.
Es wurden aber parallel auch LKW und Omnibusse gebaut um den zunehmenden Bedarf an Massentransportmitteln, vor allem in Berlin, gerecht zu werden. So sind die Doppeldecker, die im ersten Jahrzehnt des letzten JH in Berlin fuhren, meines Wissens, alles N.A.G Konstruktionen gewesen.
Im Jahr 1915 wurde zwar nicht die Abkürzung, aber der Firmenname geändert. Fortan hieß man Nationale Automobil Gesellschaft. Dies führte auch zur Änderung des Firmenlogos, das in der oben gezeigten Form ab etwa 1908 Verwendung fand. Jedenfalls wurde spätestens ab 1915, das andere Logo, wie hier beschrieben (ohne die Nennung von Protos), verwendet. 
Das Abzeichen dürfte somit aus der Zeit um 1910 stammen. 
Ich danke Roland für das Bild.

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Hersteller: -
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Samstag, 4. März 2023

In eigener Sache / Housekeeping note

Ich habe beim Aufräumen des Blogs ein wenig geschaut was veraltet und somit nicht mehr nötig war, sowie nach Neuerungen, die vernünftig sind. 

Dabei sind mir zwei sinnvolle Ergänzungen aufgefallen:
 
-Das Kontaktformular, das nun implementiert wurde. Es soll die Kontaktaufnahme erleichtern, gerade wenn man nicht unbedingt einen Kommentar zu einem bestimmten Abzeichen hat und die Anfrage eher allgemeiner Natur ist.
 
-Die Übersetzungsfunktion: Translate. Man kann dort einfach die Sprache wechseln und bekommt die Texte dann übersetzt. Ich habe ein paar getestet und fand die Resultate ganz brauchbar.

Viel Spaß
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English/ foreign language Version available

I have now implemented a translation function, that allows readers from abroad, to read the texts published here, in their language. Therefore please use the "Translate" button on the right and chose your language. 
Also a Contact formular is now available to get in touch easier. 

Please enjoy