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Samstag, 4. März 2023

Stoewer 2

Diese schöne Brosche der Gebrüder Stoewer stammt aus der Frühzeit der Autoproduktion des Unternehmens. Anfang des 20.JH hatte man die Diversifizierung der Firma, mit dem Beginn der Kfz Produktion, vorangetrieben. Dabei war man recht breit aufgestellt, denn neben den ersten PKW war man vor allem im LKW- und Busbereich innovativ. So kamen bereits um die Jahrhundertwende erste Elektroautos auf den Markt. Das waren vor allem Nfz und Busse, die nicht nur regional, sondern vor allem im Ausland Anklang fanden. Schon früh belieferte man Transportbetriebe in Dänemark, England und Frankreich. 
Bemerkenswert war vor allem, dass man Fahrzeuge der gleichen Baureihen in Elektro- und Benzinversionen anbieten konnte. Das war allerdings nur kurz der Fall, denn Elektrofahrzeuge verloren, Mitte des ersten Jahrzehnts des letzten Jh., immer mehr an Bedeutung und verschwanden dann praktisch vollständig, um 100 Jahre später wieder groß in Mode zu kommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das abgebildete Logo stammt aus der Zeit, bevor die Firma von "Gebüder Stoewer" in "Stoewer AG, vorm. Gebr. Stoewer" umbenannt wurde. Genauer gesagt hielt es im Jahr 1906 Einzug und wurde für ein paar Jahre, bis ca 1910 verwendet.

Diese Brosche stammt aus der Sammlung meines Sammlerkollegen Ralph van Holten. Danke für das Bild.

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Montag, 13. Februar 2023

Mercedes-Daimler

Heute kann ich mal wieder ein Exemplar aus der eigenen Sammlung präsentieren, von dem ich eigentlich gehofft hatte, zuvor etwas über die Geschichte dazu herauszufinden. Leider ist es mir nicht gelungen. 
Wie man gut erkennen kann, befindet sich sowohl der Name Daimler als auch Mercedes auf dem Abzeichen. Meines Wissenes gibt es kein anderes Logo bzw Abzeichen, auf dem das so der Fall ist. Entweder waren die Namen einzeln, bevor man sich mit Benz zusammenschloss, oder eben in Kombination mit dem Letztgenannten ab 1924.
Wer also sachdienliche Hinweise oder den wahren Hintergrund kennt, warum beide Namen zusammen auftauchen, kann sich gerne an mich wenden. 
Das Abzeichen selbst, ist von der Machart wie alle anderen Abzeichen der 10er/20er Jahre des 20.JH. 
 
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Sonntag, 22. Januar 2023

Daimler Frontreparaturbetrieb - Hinweis zur Vorsicht

Ich hatte vor einigen Tagen eine Info erhalten, wonach das Abzeichen, das ich in diesem Post veröffentlicht habe, möglicherweise nicht original sein könnte. Es gibt es noch in anderen Farbcombos wie blau/rot oder blau/gelb.

Diese Zugangsmarke bzw Werksausweis hat einen klaren Bezug zum Dritten Reich, wie man auch an den unkenntlich gemachten Symbolen und dem Adler erkennen kann. Somit ist sie auch für Militariasammler interessant, und da dieser Markt deutlich größer ist, als der für Autoabzeichen, ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass Fälschungen auftauchen.
 
Als ich diese Information bekam, musste ich an einige Stücke denken, die auch aus der Militariaecke stammen, wie die Grundsteinlegung des VW Werks (von der es auch Originale gibt) und andere Exemplare, die in der Vergangenheit aufgetaucht waren. Bei meiner Suche nach weiteren Infos fand ich tatsächlich ein paar Angebote, die jedoch ziemlich deutlich zeigen, dass sie neueren Datums sind. Dies sowohl aufgrund der Machart, als auch aufgrund des Zustands, der ziemlich neu ist. Angeboten werden sie sowohl als Repros, für verhältnismäßig kleines Geld, als auch als Originale zu deutlich höheren Preisen.
 
Nun ist es so, dass wenn auf einmal mehrere Stücke auftauchen, die vorher praktisch nicht verfügbar waren, immer Vorsicht geboten ist. Es ist auch immer schwer zu beurteilen, ob ein Abzeichen, dass man zuvor nie gesehen hat, wirklich so existiert hat, oder es sich um ein Phantasieprodukt von Fälschern handelt. Man denke hier z.B, mal an die Hitler Tagebücher.
Ob es sich bei meinen Exemplaren nun um Fälschungen/Phantasieprodukte handelt, oder nicht, vermag ich nicht sagen zu können. Es gibt sicher einfach als Fälschungen zu identifizierende Exemplare, aber auch solche, wie die in meiner Sammlung, die auch einer ersten Prüfung besser standhalten können.
 
Deswegen mein Hinweis: Vorsicht, wenn man diese Stücke angeboten bekommt. 
Außerdem aber auch noch der Aufruf: Wer mehr über diese Abzeichen weiß, kann sich gerne an mich wenden. Mich würden vor allem auch Beweise interessieren, dass es diese Erkennungsmarken auch so gab, also Fotos oder ähnliche Dokumente.  

Automobiles Brasier

 

Der Namensgeber Charles-Henri Brasier war in der frühen französischen Autobauerszene kein unbeschriebenes Blatt. Zuerst angestellt bei Panhard, später bei Mors, entschied er sich Anfang des 20.JH den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und gründete 1902 mit Georges Richard die Firma Richard-Brasier. Die Verbindung hielt jedoch nicht lange und bereits 1905 überwarf man sich, wegen unterschiedlichen Prioritäten (Richard war Rennfahrer und mehr in seinem Wagen unterwegs als im Firmenwerk). Fortan hieß die Firma nur noch Automobiles Brasier.
Bis zum ersten WK entwickelte Brasier diverse Modelle mit unterschiedlichen Motorisierungen und war damit auch recht erfolgreich. 
Danach nahm man 1919 die Produktion wieder auf und konzentrierte sich auf Oberklasse Automobile, wie in Vorkriegszeiten, was sich jedoch aufgrund der Wirschaftskrise und der damit verbundenen Inflation nicht mehr als tragfähiges Geschäftsmodell funktionierte. Ab Mitte der zwanziger Jahre verkleinerte man die Motoren und setzte mehr auf erschwinglichere Modelle, musste aber erkennen, dass man ohne fremde Hilfe nicht mehr weiterkam. So wurde Braiser vom Fahrradhersteller Chaigneau übernommen und die ab 1926 produzierten Autos wurden unter dem neuen Firmennamen Chaigneau-Braiser vertrieben. 
Allerdings beging man den Fehler wieder auf höherwertige Automobile zu setzen, was sich aber mit der verschärfenden wirtschaftlichen Situation, und dem Börsencrash von 1929, als Sargnagel herausstellte. Die teuren Autos wurden Ladenhüter bzw erreichten nicht einmal Serienstatus und so entstand ein akuter Auslastungsmangel im Stammwerk, der zwar kurzfristig durch Produktionsverlagerung bei Delahaye ausgeglichen werden konnte, aber die endgültige Pleite Anfang der 1930er nicht verhindern konnte. 
Dieses schöne Abzeichen stammt aus der Sammlung von Per Faxe. Vielen Dank für das Bild.

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Samstag, 31. Dezember 2022

Concordia Fahrrad

 

Was Solingen für Messer oder Glashütte für Uhren, war Bielefeld mal für Fahrräder. Ein Ort, dessen Ruf für Qualität stand, wenn es um Velos ging. Es gab hier viele Hersteller (u.a. Dürkopp, Anker, Miele, Göricke), die im 19Jh. zunächst mit der Produktion von Nähmaschinen begannen, und später auf den Drahtesel umstiegen bzw das Sortiment einfach erweiterten.
So war es auch bei Heinrich Koch, einem der Mitgründer der 1. Bielefelder Nähmaschinenfabrik. Nach dem Ausscheiden seines Partners Carl Baer 1865, firmierte er um in Nähmaschinenfabrik Koch & Co, starb jedoch im Folgejahr. Seine Witwe übernahm die Firma und es wurden weiterhin Nähmaschinen unter dem Namen Adler gebaut, allerdings nicht mehr ausschließlich für die Bekleidungsindustrie, sondern auch für den Heimgebrauch. 
Im Jahr 1896 wurde der Bau von Fahrrädern ein weiteres Standbein und das auch ziemlich erfolgreich. Unter dem Namen Concordia wurden verschiedene Modelle produziert und verkauft. Über die Zeit der Fahrradproduktion findet sich realtiv wenig, aber als erwiesen gilt, dass die Firma sie bereits 1920 einstellte und fortan nur noch Nähmaschinen produzierte. 
Nach dem 2. WK versuchte die Kochs Adlernähmaschinenwerke AG noch zu diversifizieren und produzierte fortan auch Schreibmaschinen. Jedoch mit mäßigem Erfolg. Als der Hauptaktionär von Koch, die Familie Oetker, im Jahr 1987 seine Anteile an FAG Kugelfischer verkaufte, der bereits seit 1962 Hauptaktionär von Dürkopp war, konnten beide Unternehmen im Jahr 1990 zur heutigen DürkoppAdler AG fusionert werden.
Das Abzeichen dürfte aus der Zeit der 10er Jahre des letzten JH stammen und fand sich als Steuerkopfschild auf Fahrrädern.

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Mittwoch, 14. Dezember 2022

Hans Hecker

 

Einem Versprechen, dass ich kürzlich gab, folgt nun der erste Post seit einer geraumen Zeit. Es werden nun wieder ein paar mehr Einträge erfolgen.
 
Hans Hecker war ein Nürnberger Ingenieur und arbeitete zunächst für Ardie. Als Selbstständiger spezialisierte er sich auf die Herstellung von Motorrädern, und für kurze Zeit auch von Fahrrädern (1921). Ab 1922 stellte man in der Manufaktur Fahrwerke her, die mit Fremdmotoren bestückt wurden und so unter anderem Namen verkauft werden konnten. Im drauffolgenden Jahr wurden aber schon Motorräder unter eigenem Namen (die Modelle H1 und H2), allerdings mit zugekauften Motoren von S&G, gebaut. Als der Zulieferer dann eigene Bikes baute, stieg man auf Motoren von J.A.P. um.
 
In den 20er Jahren war die Firma im Rennsport aktiv, und das durchaus erfolgreich, mit vielen Siegen auf regionaler und nationaler Ebene. Nach der Weltwirtschaftskrise allerdings, wurde der Motorsport aufgegeben und die Firma versucht wieder auf Kurs zu bringen.

Wie viele Firmen war auch Hecker im 2.WK als Lieferent für die Wehrmacht und andere Militäreinheiten tätig. Auf Hecker ging u.a. ein selbstentwickeltes Kistenschloß für Munitonskisten zurück. Das durch die Amerikaner gelistete Inventar wurde aber nach dem Krieg nie abgeholt und so konnte man schon bald wieder mit der Produktion von Motorrädern, aber auch weiterhin mit zugekauften Motorren von ILO oder Sachs, beginnen. Trotz des guten Rufs und guter Ergebnisse im Motorsport, war die Produktion und Entwicklung ein sehr kostspieliges Unterfangen. Gegen die großen Player hatte man wenig entgegenzusetzen und so fiel man der Rezession der Zweiradindustrie zum Opfer. Hecker schloß im Jahr 1956 seine Pforten. 

Das Abzeichen wurde in dieser Form Ende der 20er Jahre sowohl auf Prospekten, als auch auf Motorrädern verwendet. 

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Sonntag, 24. April 2022

Bentley


Bentley... Eine Marke mit, noch heute, enormem Wohlklang und Sinnbild für sportliche und zugleich luxuriöse Autos. Gegründet wurde die Firma 1919 von Walter Owen Bentley, der damals recht erfolgreich Rennen fuhr und sein eigenes Rennfahrzeug haben wollte. So produzierte man auch in den ersten Jahren praktisch nur Fahrzeuge für Rennen. Im Jahr 1926 sorgten finanzielle Engpässe für eine Änderung der Eigentümerstruktur, nach der Bentley selbst nur noch Minderheitsanteilseigner war. Das Sagen hatte fortan Woolf Barnato, ein vermögender Rennfahrer. 
Aber auch dadurch gelang nur ein kurzzeitiger Zeitraum der Stabilität. Schon fünf Jahre später war das Unternehmen wieder hoch verschuldet und da Barnato keine Finanzspritze mehr gab, musste es verkauft werden. Nachdem Napier&Son schon wie der neue Eigentümer aussah, überbot ein zunächst unbekannter Investor das Gebot und kaufte Bentley. Später stellte sich heraus, dass dahinter kein geringerer als Rolls-Royce steckte. 
Im Jahr 1933 kam dann die erste Eigenentwicklung auf den Markt. Dabei wurde der legendäre Ruf von Bentley als Rennwagenschmiede weitestgehend aufrechterhalten, denn die sportlichen Modelle trugen weiterhin das Bentley Logo, während die Luxuslimousinen die beiden R zierten.
Bis zum Ausbruch des 2WK verlief die Produktion eher schleppend und in kleinem Rahmen, da man noch mit dem Verkauf des alten Werkes beschäftigt war, und bei der Verwendung von Lagerbeständen für die Produktion größere Probleme auftraten. 
Mit Beginn des Krieges wurde dann die Autoproduktion vorübergehend eingestellt.
Die Logos von Bentley sind zwar alle ziemlich ähnlich, jedoch haben die Farben auch eine Bedeutung. So ist z.B. das rote Logo für die luxuriöseren Modelle, so wie das hier gezeigte.
Altersmäßig ist es eher schwer einzuschätzen, jedoch stammt es definitiv aus der Zeit nach der Übernahme durch RR.

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